66 Tage Vegan – Das Resümee ??

Ja. Ich bleibe dabei. Auch ohne Blogposts und sonstiges Aufmerksamkeitserregen. Warum, folgt nun – ich versuche es kurz, knapp und präzise auf das Wesentlichste herunterzubremsen.

Ich habe das Experiment zu keiner Zeit für irgend jemanden gemacht. Brutal egoistisch, narzisstisch und eigennützig wollte ich herausfinden, was dran ist, an dieser veganen Ernährung. Ich wollte mitreden können, zu recht labern dürfen. Mir ging es darum, herauszufinden, was die Ernährung, die vegane Ernährung für Auswirkungen auf meinen Körper hat. Was genau ich für Veränderungen feststellen konnte, jetzt:

Ich habe keine Schulterschmerzen mehr: ich bin 1 1/2 Jahre von Arzt zu Arzt, Orthopäde, Krankengymnastik bis ins MRT gewandert und konnte kein Bankdrücken schmerzfrei ausführen. Ich bin schmerzfrei und drücke beim Bankdrücken darüber hinaus mehr als vor 3 Monaten. Der befürchtete Gewichtsverlust blieb aus. Ich habe 2kg zugenommen. Der befürchtete Trainingsgewichtsverlust blieb ebenfalls aus: ich habe mich nicht nur beim Bankdrücken steigern können – nahezu in jeder Übung habe ich mich steigern können. Jedoch ist dieser Fortschritt nicht mit einer Kreatin-Kur vergleichbar. Doch darum geht es mir schon seit langem nicht mehr. Ich habe nämlich schon seit einiger Zeit erkannt, das gesunde Ernährung der Schlüssel für die Tür zur körperlichen Leistungssteigerung ist. Und auch zur physischen und vor allem psychischen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ok eins nach dem anderen:

Ich schlafe besser; werde besser wach (direkt mit dem Weckerklingeln – kein „Schlummer-Modus“ mehr). Ich bin erholter und morgens schneller fit. Ich brauche prinzipiell weniger Schlaf, habe kein „Fresskoma“ mehr nach dem Essen und fühle mich einfach vitaler. Fitter. Frischer. Wacher. Ausgewogener. ..lebendiger! Das klingt wie so ein Esoterikgedöns aber ich versuche einfach nur wiederzugeben, was ich für mich feststellen konnte.

Ich muss mir eingestehen, dass ich durch die vegane Ernährung zu einem bewussteren Menschen geworden bin. Nachhaltigkeit ist plötzlich nicht mehr nur so ein Wort – ich fülle es in meinem Alltag mehr und mehr mit Leben und Inhalt. Mein Bewusstsein für Umwelt, Tier und Natur ist durch die Umstellung meiner Ernährung und der damit zwangsläufig einhergehenden Beschäftigung mit Inhaltsstoffen und Herkünften der Nahrungsmittel brutal geschärft geworden. Plötzlich ist Tierschutz für mich zum Thema geworden. Dritte-Welt-Hunger. Wasserversorgung. Erderwärmung. ..es ist echt verrückt. Mir war das vorher völlig bums. Hauptsache ich krieg mein Leben auf die Kette. Doch jetzt bin ich irgendwie mit mir mehr und mehr im Reinen und habe auch mal ein Blick für meine Umwelt und Mitmenschen. Das ist irgendwie merkwürdig. Aber nicht verkehrt. Ich werde dennoch niemals proaktiv meine Mitmenschen belatschern, beeinflussen oder versuchen, zu verändern – es ist schließlich euer Leben, eure Gesundheit, eure Einstellung. Zu dieser Erkenntnis muss jeder selber kommen. Und tut er es – so wie ich – aus freien Stücken, ist es wohl viel nachhaltiger, als eine auferzwungene Ansicht.

Weiter mit meinen Veränderungen. Mal was negatives. Ja, die Essenzubereitung nervt. Mega. Vor allem, wenn man so viel isst, wie ich. Arm wird man jedoch nicht zwangsläufig. Es gibt nur leider – wie ich feststellen durfte – unglaublich viele leckere Dinge, an die ich mich vorher niemals rangetraut hätte und jetzt mir nicht mehr wegdenken kann: Humus. Oh. Mein. Gott!

Ich esse mittlerweile irgendwie einfach das, worauf ich Lust habe. Das vermeintliche „Was-darf-ich-denn-eigentlich-noch-essen“-Dilemma blieb tatsächlich aus. Es ist kaum mehr eine Herausforderung. Zumindest, wenn man es selber beeinflussen kann. Denn, Problem Nummer zwei: Essengehen, eingeladen sein, gesellschaftstauglich sein, wenn man nicht völlig rebellieren und dumm auffallen will. Somit habe ich für mich beschlossen: die Welt geht nicht unter, wenn ich mal Fleisch esse(n muss) oder anderweitig tierische Produkte konsumiere. Hierfür muss die Situation aber einfach keine andere Möglichkeit bieten. Jedoch muss ich hier die Feststellung überhaupt anbringen: Mir fehlt Fleisch nicht. Keineswegs. Ich habe keinen Appetit drauf. Ich will partout kein Quark mehr essen. Milch ebenso nicht. Eier? Bäh. (Ok alles etwas überspitzt aber es geht tatsächlich schon in die Richtung). Ich kann nicht ganz trennscharf beurteilen, inwieweit hier die Psyche mir einen Streich spielt. Was auch völlig irrelevant ist. Fakt ist: es geht tatsächlich ohne Fleisch. Ohne Käse. Wenn man denn will. Komfortzone und so. Mindset. Veränderungen. Gewohnheiten. Wille. Ihr kennt das. Oder halt auch nicht.

Fazit im Resümee

Ich bleibe vegan, werde jedoch nicht sterben, wenn es mal nicht anders geht. Solange mein Leben jedoch nicht davon abhängt, ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, sich vegan zu ernähren.

Massentierhaltung ähnelt dem Holocaust. Welthunger kann man beheben. Wassernotstand auch.

In diesem Sinne: Danke für alle, die mich auf meiner „Reise“ so wertvoll begleitet haben. Die Größe und Form der Anteilnahme war echt krass!

Veggy Gruß, Storch ??

Die erste Maß war noch vegan ?

Auf der Zielgerade mich befindend trat sechs Tage vor Ende meiner 66-Tage-Vegan-Challenge ein, was eintreten musste: das Oktoberfest stellte mich vor die bisher größte Herausforderungen meiner noch jungen Vegan-Karriere. Während ich auf der Hinfahrt noch extra veganen Senf konsumierte, war es auf der Wiesn dann um mich geschehen. Hunger. Und zwar richtig. Nüchtern wäre ich wahrscheinlich hart geblieben, jedoch musste nach der zweiten Maß schlichtweg eine Dampfnudel her. Immerhin kein Fleisch. Geschmeckt hat es (leider) gut. Vegan war es (höchstwahrscheinlich) aber wohl nicht. Ausschließen will ich es jedoch auch nicht. 
Soweit so gut. Tag 1/2 wäre mit einem kleinen faux pas überstanden. 
Tag 2/2 dann das gleiche: Dampfnudel und los. 
Richtig krass und enttäuschend wird jedoch das Geständnis bzgl. der Rückfahrt. So habe ich mir mangels wahrhafter Nahtoterfahrungen drei nonvegane Sandwiches gekauft, um dem Kater entgegenzuwirken: Thunfisch, Salami mit Käse, Ei mit Pute. Ich möchte mich zu dem Belag an dieser Stelle nicht weiter äußern. Jedoch möchte ich berichten, was dies in mir ausgelöst hat:
1. Ich sah für mich in dem Moment keine andere Wahl – das Fleisch-Sandwich musste sein. Nicht aus „Schwäche-Gründen“, sondern lediglich aus Mangel an Alternativen. 
2. Geschmacklich war es nahezu abartig. Was mich ehrlich gesagt am meisten geschockt hat. Ok abartig klingt krass. Aber „früher“ hätte es mir definitiv „anders“ geschmeckt. 
3. Gewissensbisse bis nach sonst wo hin und arg geärgert habe ich mich jedoch unterm Strich (und nach erfolgreichem Ausnüchtern). Doch ich muss nochmals hervorheben – es ging nicht anders. Und da ich langfristig nach dem Kredo „..solange mein Leben nicht davon abhängt“ leben resp. essen möchte, war dieses unumgänglich. 

Wiesn-Fazit: Ich sehe die Challenge keineswegs als gescheitert, auch wenn mir das schon viele vorwerfen wollten (während sie quasi ein Stück Fleisch aßen und einfach nicht den Sinn meines Experiments verstanden haben). Vielmehr konnte ich so zu einer weiteren Erkenntnis auf meiner Vegan-Reise gelangen. Gesagt sei an dieser Stelle: ich freue mich bereits jetzt auf das Fazit in der nächsten Woche. Denn da sind die 66 Tage offiziell vorbei und für mich steht schon jetzt fest, wie es danach weitergehen soll!??

Nonvegner Storchlethics-6-Wochen-Programm Countdown ?

Was genau hat es eigentlich mit dem Storchlethics-6-Wochenprogramm und/auf diesem Blog auf sich, fragt sich auch mein skeptischer Bro (Max), der sich tatsächlich freiwillig dem Soja-Cappuccino verschrieben hat? Die Antwort ist ganz einfach: mit 14 Jahren fing das Semi-Gepumpe an – alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Unerfahren aber dennoch die Weisheit mit Löffeln gefressen; ganz getreu dem Motto „viel hilft viel“. Irgendwann haben Max und ich dann festgestellt, dass die Ernährung einen Großteil des Zielerreichungsprozesses ausmacht. Also löffelten wir Magerquark, aßen gesunde Carbs und Fette und tranken immer fleißig unseren Isolat-Whey-Shake nach den Workouts. Ein wenig rumexperimentiert, seinen Körper mehr und mehr kennengelernt und sechs Jahre später überkam es mich aus heiterem Himmel und so bastelte ich mir meinen eigenen, auf mich abgestimmten Trainingsplan. Ich kannte zu dem Zeitpunkt meinen Körper echt ganz gut und habe – dafür, dass ich nicht gestofft habe – recht solide Ergebnisse erzielen können. Spontan einen Namen für den ebenso spontan niedergeschriebenen Trainingsplan gefunden und schon war das Storchlethics-6-Wochen-Programm, mit dem ich meinen Körperfettanteil in der Zeit um 4% senken konnte und 6 Kilo Fett verloren habe, geboren.

Um nun die Brücke zu dem Veganen in Verbindung mit dem Storchlethics-6-Wochen-Programm zu schlagen: ich habe in der jüngeren Vergangenheit für mich herausgefunden, dass die vegane Ernährung einen erheblichen Beitrag zu meinem Wohlbefinden und auch Krafttraining leistet. Die logische Quintessenz wird es sein, zu dem morgen erscheinenden Storchlethics-6-Wochen-Programm zeitnah eine vegane Variante auf den Markt zu bringen, um zu zeigen, dass die vegane Ernährung mit einem stabilen Krafttraining einhergehen kann.

So wird morgen der kostenlose Grundstein zum freien Download für potenzielle Storchlethics-Academy-Member gelegt.

Der Name Storch kommt übrigens von meinem damaligen Handballtrainer Michael (Danke an dieser Stelle …), der sich an meiner Genetik (ja ich schiebe es bei 220kg Kreuzheben, 160kg Squats und verhältnismäßig unterproportionierten Extremitäten auf letztere) erfreute und somit der ganze Ursprung dieses Übels ist.

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Warum insbesondere Veganer die FDP wählen dürften – Tag 50 ?

Warum insbesondere Veganer die FDP wählen dürften, obwohl die Partei die Umweltpolitik eher tertiär behandelt.

Ein heikles Thema an das sich ein politischer Atheist wagt. Entsprechend ernstzunehmend. Ironisch keineswegs. Doppeldeutigkeit ist lediglich ein Nomen. In diesem Sinne ein Gedanke in Bezug auf den vorgestrigen Wahltag: schenkt man all dem Glauben, was ich in den letzten Tagen bzw. Wochen (für mich) „entdeckt“ habe, ist es ein Unding, dass die Politik in ihrem Wahlprogramm den Hauptfaktor in Bezug auf die Umweltpolitik keineswegs würdigt – ja ich Rede von der Absurdität der Massentierhaltung. Wieder und immer wieder ist dieses Thema ein geradezu ständiger Begleiter im Alltag des temporären Hobby-Veganers. Täglich führe ich einen inneren Monolog, in dem ich mit mir diskutiere, ob, wie und in welcher Form und mit welchen Ausnahmen ich nach den 66 Tagen meinen Fleischverzicht fortführen werde. Während ich galant den Switch vom politischen Umweltthema hin zu meinem veganen Struggle vollziehe, wird mir klar, dass es in zwei Wochen vorbei mit der Challenge ist und es dann nicht mehr darum geht, die Tage durchzuhalten, sondern die evtl. dann neue Lebensweise in meinem Alltag Einzug erhalten zu lassen. Für eine finale Bilanz werde ich meine diesbezüglichen Gedanken aber noch 14 Tage aufschieben und stattdessen nochmal auf das übermorgen erscheinende Storchlethics-6-Wochen-Programm aufmerksam machen.

Auf in die letzten zwei Wochen ??

Kieler Sprosse

Weekend Seven ?

90/10 ist das neue Pareto und 48/66 Tagen sind absolviert. Und es sieht danach aus, als würde ich nicht rückfällig werden (wollen).

Noch gut zwei Wochen stehen mir nun bevor und es sieht danach aus, als würde ich nicht wieder in altbekannte Muster zurückfallen. Zum einen weil ich es gar nicht möchte und zum anderen, weil ich es gar nicht möchte. Und auch, weil ich es gar nicht so recht möchte. Aber jetzt warten wir erst einmal ab, was die letzten zwei Wochen noch so mit sich bringen. Jedoch zweifle ich nicht am Ausbleiben sonderlicher Negativ-Erlebnisse. Die letzten sieben Wochen waren durchaus – gerade in der Anfangszeit – echt herausfordernd. Mittlerweile hat sich aber eine gewisse Routine eingestellt, die sich vor allem auch auf mein Mindset auswirkt: beginnend von den Lebensmitteln, die ich kaufe resp. esse, über die Planung und Vorbereitung dieser bis hin zu den Auswirkungen des Verzehrs dieser auf meinen Körper und insbesondere auf meine Umwelt. Ja das Thema begleitet einen permanent …

Bei all den tollen Nebenerscheinungen fällt es jedoch schwer, faire Bilanz zu „meinem Leben davor“ zu ziehen. Mir ging es da ja nicht schlecht. Im Gegenteil. Jedoch hat sich die vegane Ernährung bei mir derweil so stark festgesetzt und in meinem Leben verankert, dass es mir schwer fällt, die krassen Veränderungen transparent und trennscharf herauszustellen. Dadurch, dass der Prozess eher schleichend ist und der Körper einfach etwas zeitverzögert auf so eine Umstellung reagiert, fällt es mir schwer, manche Dinge auf die Essenumstellung auf vegan herunter zu brechen. Beispiel: ich schaue heute in den Spiegel und stelle fest, dass meine Haut echt sehr rein ist. Das habe ich so vorher nie festgestellt. Das muss aber nicht bedeuten, dass meine Haut vorher unbedingt stark unreiner war. Beispiel zwei: ich schlafe echt auffällig gut, tief und fest. Ich frage mich an dieser Stelle: habe ich das vorher nicht? Was ich sagen möchte: das Bewusstsein für meinen Körper hat sich durch das Hinterfragen der allgemeinen Lebens- und vor allem Essensweise stark (positiv) verändert.

Auch die Auswirkung auf meine Umwelt ist hier ein wesentlicher Faktor. Herzerwärmend ist bspw. der seelische Mittagstischbeistand von Chris, der aus Solidarität auch eine vegane Suppe genommen hat – die unterm Strich aber dann doch vegetarisch war. Hätte ihm das keiner erzählt, wäre er mit dem Glauben losgelaufen, sich vegan ernährt zu haben – was für ein psychischer Streich, dem einen so gespielt wird. Ich glaube sehr stark daran, dass die tatsächliche Ernährung mindestens 90% an Veränderungsausmaß mit sich bringt. Jedoch 10 Prozent – mindestens – wirken auch durch so psychische Erscheinungen wie am Mittagstischbeispiel mit Chris beeinflussend. Pareto war also gestern. 90/10 ist das neue 80/20.

In diesem Sinne: einen guten Start allen in eine storchlethische, sechwochenprogrammige Woche. Denn in der Woche 8 kommt das lang ersehnte, oft erfragte, nie kopierte doch häufig erwähnte Storchlethics-6-Wochen-Programm online. Natürlich als free content. Vorbestellungen sind möglich. Aber unnötig.

Day 49 incoming ??

 

Wie gut, dass Berliner Luft vegan ist ?

Lewis Hamilton, Brad Pitt, Avril Lavigne oder die Wiliams-Zwillinge – im Gegensatz zu diesen Vegan-Persönlichkeiten hat Niklas sich einen semi-veganen Post-Workout-Kumpir gegönnt. Für mich persönlich die bisher beste vegane FastFoodSolution (vFFS). Auch das Getränk trägt den Hinweis „Vegan“. Ob es nun Sinn macht, auf jedes Getränk, welches per se von Haus aus ohne etwaige Schweinefleischextrakte zubereitet wurde, diesen Hinweis zu geben, lasse ich mal dahingestellt; wobei ich das bei Mineralwasser noch mit am sinnvollsten fände – genauso wie den Hinweis „Diet Water“ bei Mineralwasser.. because normal water has too much calories. Ja genau. Marketing sells, sex sowieso – und vegan erst recht. Interessant ist es zu beobachten, dass insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht der Vegan-Hype ein riesen Potenzial birgt. Die Wachstumsrate der Veganer-Zahl ist in den letzten 5 Jahren schließlich von 20k auf knapp 1 Mio. angestiegen (Quelle: The end of meat) und wird aller Voraussichten nach wohl eher nicht rückläufigen Charakters sein. Wenn selbst auf Berliner Luft das Vegan-Symbol ersichtlich ist, weiß man: es wird ernst. Prost!

Danke an Felix für das interessante Video aus der Talkshow von Markus Lanz im letzten Jahr – 6€ scheint die Zahl der Stunde zu sein. ??

Vegan

Eine Welt ohne Fleisch – Der Film ?

Eine Welt ohne Fleisch. ..ist natürlich unvorstellbar. Und auch irgendwie utopisch. Und auch nicht im Sinne des Erfinders. Oder doch? Zumal der Mensch von Natur aus eigentlich gar kein Fleischfresser sein soll. Jedoch ist das heutige Gesellschaftsbild geprägt vom Fleischkonsum. Warum? Weil es sich hierbei um antrainierte Gewohnheiten handelt. Wir kennen es schlichtweg nicht anders. Und wieso sollten wir uns als bequeme Gesellschaft plötzlich ändern? Es ist doch so schön praktisch, dem nachzugehen, dem wir schon immer blindlings gefolgt sind. Ohne die Hintergründe zu hinterfragen. Ohne die Vordergründe in Frage zu stellen. Denn wieso sind dieser ganze Vegan-Hype und die damit verbundenen ethischen, moralischen aber vor allem doch auch gesundheitlichen Aspekte so im Zaum gehalten, so unaufgeklärt, ein Aufmerksam machen darauf ja geradezu verpönt? Die Antwort ist: weil hinter der Fleischindustrie ein riesieges wirtschaftliches Konstrukt entstanden ist, welches ansonsten in sich zusammenstürzen würde – begründet in widersprüchlichstem Lobbyismus par excellence, bei dem umweltschützende Politiker in Aufsichtsräten großer Pharmakonzerne sitzen (Quelle: What the health). Wenn man dem Glauben schenken mag, ist die Frage, wann eine Studie die Durchschlagkraft erreicht, sodass ihr wissenschaftlich zu begründendes Fundament das ganze System aushebeln wird …

Ein visuelles amuse gueule in Anlehnung an den eingangs verlinkten Film: Esther – das Wunderschein

Aufgrund solcher Videos meidet meine heutige Mittagessensgesellschaft Paul auch prinzipiell Schweinefleisch und greift bewusst zum Chicken-Baguette. Bei mir gabs klassischer Weise ein Dinkel-Quinoa-Baguette. ??

66 Tage Vegan ?

Haferflocken. Wenn ich mal ganz verrückt bin gibt es Leinsamen und/oder Chiasamen zum Frühstück. Apfel, Weintrauben oder Banane dazu. Fertig. Könnte ich jeden Tag essen. Tue ich auch. Abwechslungsreich ist zwar was anderes. Sättigend und vorhaltend ist es jedoch mehr als genug. Ich war nie der Aufstrich-Typ. Butter habe ich noch nie in meinem Leben gegessen.

Mittags Mittagstisch veganer Art. Vorgekocht. Döner oder Wrap. Auch hier entwickle ich Routinen.

Die Experimentierfreude beginnt gegen Abend. Das war jetzt aufs Essen bezogen! Humus. (Süß-)Kartoffeln. Reis. Linsen. Nudeln. Natürlich ausschließlich Vollkorn. Vorstehende Basics jeweils angereichert mit Gemüse von A bis Z. Auch hier fehlt mir das Fleisch keineswegs. Käse steht ebenfalls nicht auf der Vermisstenliste. Selbst Quark fehlt mir nicht. Milch aka. Soja Drink hat sich auch als eine solide Alternative bewährt.

Verhungern und verdursten werde ich so keineswegs. Jedoch muss ich sagen, dass für mich Essen Mittel zum Zweck ist. Ich bin ziemlich anspruchslos, Hauptsache ich werde satt; was bei meinem hohen Grundumsatz nicht immer ganz so einfach ist.

Morgen wird es einen kleinen Einblick in den gestrigen Film zu „Eine(r) Welt ohne Fleisch“ geben. ??

Weekend Six ?

Sauerkraut mit Brot – die (!) Grundlage für Freibier. Oder eben auch nicht. Doch was will man machen, wenn man auf einer Veranstaltung eingeladen ist, bei der es neben Krusten- alternativ nur Schweinebraten gibt, was unterm Strich sowieso auf’s gleiche raus kommt. Ich hätte jetzt mir natürlich meine vorgekochte Tupperdose mitnehmen und mich dann dekadent damit an‘ Tisch setzen können. Macht man sowas? Nein! Ebendrum – also tapfer die kleinen Schweinefleischstückchen aus dem Sauerkraut gefriemelt und Moritz auf den Teller geworfen. Er war begeistert – ich nicht ganz so, da mir die Aktion schon peinlich genug war: da bekommt man leckeres Essen für umsonst aufgetischt und meint dann auch noch den veganen Bocus heraushängen lassen zu müssen. Aber nun ja, was soll man machen, schließlich habe ich es auch dieses Mal wieder überlebt.

Nach 2/3 der Zeit habe ich mich mal wieder gewogen und feststellen müssen, dass sich einfach nichts getan hat auf der Waage. Wobei ich auch ehrlich gesagt nicht so recht ins richtige bulken komme. Aber zumindest ist krafttechnisch nicht ansatzweise ein Rückschritt zu bemerken.

Ein Gedanken, der mich heute überkam: wieso finden wir es eigentlich abartig, Hunde oder Heuschrecken zu essen? Oder Pferde? Oder Schildkröten. Salamander. Paviane, wie auch immer. Die Antwort kann nur in den uns anerzogenen Gewohnheiten liegen, und darin, dass alles andere mit gesellschaftlicher Ächtung verbunden wäre. Es ist alles nur ein Aspekt des „ich kenn es nicht anders“-Syndroms. Ich behaupte, jeder kann ohne Fleisch. Doch nicht jeder will. Weil er dann womöglich stirbt. Oder sich umgewöhnen müsste. Whatever. Fakt ist: Unterstützer (also Konsumenten) der Massentierhaltung sind widerlich. Und ich war das auch. Pervers. Und abartig. Doch solange man sich dem Verbrechen gar nicht bewusst ist und sich damit auch partout nicht auseinander setzen will (siehe Ich vor ein paar Monaten), ist dies für mich absolut verständlich. Es ist aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis der Vegan-Hype immer größerer Wellen schlägt. Ich bin gespannt, wie es in 3 Jahren aussieht. Bzw. wie ich in 3 Wochen mein 66-Tage-Faztit ziehen werde … 

 

 

Vegan

Day Forty-Five ? Vegan ist wenn man trotzdem lacht

Ehrlich gesagt hatte ich etwas Panik vor meinem Vegan-Vorhaben. Und noch viel mehr vor der Resonanz der eifrigen Leserschar. Umso faszinierender, was die letzten 6 1/2 Wochen so mit sich gebracht haben:

Äußerlich: bis auf 1kg Gewichtszunahme keine signifikanten Veränderungen. Ich habe jetzt aber auch nicht gerade mit einem „Mensch Bennet, du siehst aber vegan (gesund?) aus“ gerechnet.

Innerliche Veränderungen (physisch): Deutlich bekömmlichere Nahrungsverarbeitung, leichtere Verdauung, nicht ein einziges Mal ein Fresskoma oder das Gefühl, sich „übergessen“ zu haben. Sättigend, nahrhaft, schmackhaft – passt.

Innerliche Veränderungen (psychisch): Hör mir auf.. Donnerwetter. Das hätte ich nicht gedacht. Junge Junge Junge – Ich? Bewusstsein für Mensch und Umwelt? Kommt anscheinend ganz automatisch – ein unumgängliches Übel will ich es schimpfen. Naja, geht schlechter. Apropos Schlächter – Hauptberuflich Tiere töten? Hut ab – wie Friseure zu Rabbis.

Sonstige Veränderungen: Die erhoffte gesellschaftliche Verachtung blieb bis dato gänzlich aus. Dumme Sprüche gepaart mit lateral-unterschwelligen Respekt nehme ich gern in Kauf. Unterm Strich mache ich es trotz dieses Blogs ja für mich – nicht für euch. Danke dennoch für die echt zahlreichen Feedbacks, Rezepte und Fleischzusendungen.

Learnings: Es geht tatsächlich ohne Fleisch. Wie lange, wird sich zeigen. Auch, ob das beständig ist. Ich höre häufig von sog. Rückfälligen, die weder Turnen noch Judo machen. Selbst nach 2 Jahren vegan überkommt es diese Leute wieder. Leider konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen, was sie genau dazu bewogen hat. Ich glaube, es ist alles schlicht und ergreifend eine Sache der Gewohnheit, gepaart mit Mindset, Wille, Bewusstsein und Mainstream-Easyness.

Weitere Learnings: Veganes Essen kann wirklich unglaublich schmecken. Ich habe in der kurzen Zeit Dinge gegessen, die ich vorher nie im Leben angerührt hätte: Quinoa, Kichererbsen/Hummus, Kurkuma, Tofu, Seitan u.v.m…

Fazit 45/66: Mir fehlt Fleisch einfach nicht. Punkt. Ich verstehe es selber nicht. Ehrlich. Ich versuche es authentisch rüberzubringen, auch wenn es mir nur 1% abkaufen werden, aber das ist echt verrückt. Mal schauen, wann es mich überkommt und ich rückfällig werden. Dies setzt natürlich voraus, dass ich nach den 66 Tagen weiter vegan lebe. Derzeit spricht definitiv nicht ein einziger Aspekt dagegen. Und nein, auch der Nicht-Käse geht i.O.. ??