Weekend Four ?

Nachdem die letzten Einträge etwas stiefmütterlich thematisch behandelt wurden, ist es nun Zeit für ein tiefgründiges Zwischenresümee. Ich befinde mich fast auf der Hälfte meines veganen 66-Tage-Wegs und stehe vor einem großen Problem, wenn es darum geht, einen fairen Status-Halbzeit-Quo darzustellen. So frage ich mich, ob es mir vor einigen Wochen tatsächlich beschwerter erging, als es jetzt der Fall ist. Ich muss ehrlich sagen: ich merke nicht diesen krassen Switch des Zustandes von dem einen Tag auf den anderen. Vielmehr stellt sich aber durch den schleichenden Prozess ein sehr gutes Gefühl ein, welches ich vorher so irgendwie nie wahrgenommen habe. An dieser Stelle stellt sich mir nun die Frage, wie stark die psychische Determinante hier mit reinspielt und das Ganze beeinflussend prägt. Mir ging es vorher ja nicht schlecht. Wobei – und jetzt sind wir an dem entscheidenden Punkt: mir ging es schlecht. Ich klagte aus unerklärlichen Gründen über brutale Schulterschmerzen, die ich seit einem Jahr mit mir rumschleppte und nicht loswurde. Seit zwei Wochen bin ich schmerzfrei. Ich will hier keinen Zusammenhang herstellen. Ich halte nur fest.

Darüber hinaus musste ich jedoch anerkennen, dass ich morgens nach dem Aufstehen in letzter Zeit deutlich – und zwar mehr als deutlich – leichter aus dem Bett komme. Zum einen mag es daran liegen, dass ich nicht mehr so viel so kurz vor dem Ins-Bett-Gehen esse, zum anderen wird der Ursprung aber schlicht und ergreifend in meiner Ernährung liegen, was für mich auch absolut plausibel ist: ich versuche so viel Unverarbeitetes wie möglich zu essen, was meinen Körper schlichtweg nicht mehr so anstrengt – mag albern klingen, erfahren tue ich es jedoch am eigenen Leibe. Und das ist schon echt interessant. Darüber hinaus habe ich seit meiner Vegan-Zeit nie wieder das eklige Fress-Koma gehabt. Das mag auch daran liegen, dass ich weniger Weizen versuche zu essen, aber zurückführen ist es definitiv mitunter auch auf den Fleisch- und vor allem Molkeproteinverzicht.

Ich tue mich schwer mit einem fairen Eingeständnis über die tatsächlich merkenswerten Veränderungen – aber für mich steht jetzt schon fest: nie wieder Discounter-Fleisch. Niemals. Nie. Ich schäme mich quasi, für mein gesamten Konsum der letzten Jahre. Ich hätte nie gedacht, dass ich einfühlsloser Mensch eines Tages mein Bewusstsein dahingehend so schärfe, zu realisieren, was auf diesem Planeten eigentlich passiert. Mir ist hierbei (nicht) egal, wie andere damit umgehen – Veränderung beginnt bei einem selber und ich bin nicht auf der Welt, andere zu belehren. Aber ein Stück rationales Bewusstsein für den Blick hinter die ungeschönten Kulissen der Wahrheit ist erschreckend und wachrüttelnd.

In diesem Sinne: eine schöne Woche euch allen! ?

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