Weekend Six ?

Sauerkraut mit Brot – die (!) Grundlage für Freibier. Oder eben auch nicht. Doch was will man machen, wenn man auf einer Veranstaltung eingeladen ist, bei der es neben Krusten- alternativ nur Schweinebraten gibt, was unterm Strich sowieso auf’s gleiche raus kommt. Ich hätte jetzt mir natürlich meine vorgekochte Tupperdose mitnehmen und mich dann dekadent damit an‘ Tisch setzen können. Macht man sowas? Nein! Ebendrum – also tapfer die kleinen Schweinefleischstückchen aus dem Sauerkraut gefriemelt und Moritz auf den Teller geworfen. Er war begeistert – ich nicht ganz so, da mir die Aktion schon peinlich genug war: da bekommt man leckeres Essen für umsonst aufgetischt und meint dann auch noch den veganen Bocus heraushängen lassen zu müssen. Aber nun ja, was soll man machen, schließlich habe ich es auch dieses Mal wieder überlebt.

Nach 2/3 der Zeit habe ich mich mal wieder gewogen und feststellen müssen, dass sich einfach nichts getan hat auf der Waage. Wobei ich auch ehrlich gesagt nicht so recht ins richtige bulken komme. Aber zumindest ist krafttechnisch nicht ansatzweise ein Rückschritt zu bemerken.

Ein Gedanken, der mich heute überkam: wieso finden wir es eigentlich abartig, Hunde oder Heuschrecken zu essen? Oder Pferde? Oder Schildkröten. Salamander. Paviane, wie auch immer. Die Antwort kann nur in den uns anerzogenen Gewohnheiten liegen, und darin, dass alles andere mit gesellschaftlicher Ächtung verbunden wäre. Es ist alles nur ein Aspekt des „ich kenn es nicht anders“-Syndroms. Ich behaupte, jeder kann ohne Fleisch. Doch nicht jeder will. Weil er dann womöglich stirbt. Oder sich umgewöhnen müsste. Whatever. Fakt ist: Unterstützer (also Konsumenten) der Massentierhaltung sind widerlich. Und ich war das auch. Pervers. Und abartig. Doch solange man sich dem Verbrechen gar nicht bewusst ist und sich damit auch partout nicht auseinander setzen will (siehe Ich vor ein paar Monaten), ist dies für mich absolut verständlich. Es ist aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis der Vegan-Hype immer größerer Wellen schlägt. Ich bin gespannt, wie es in 3 Jahren aussieht. Bzw. wie ich in 3 Wochen mein 66-Tage-Faztit ziehen werde … 

 

 

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