66 Tage Vegan – Das Resümee ??

Ja. Ich bleibe dabei. Auch ohne Blogposts und sonstiges Aufmerksamkeitserregen. Warum, folgt nun – ich versuche es kurz, knapp und präzise auf das Wesentlichste herunterzubremsen.

Ich habe das Experiment zu keiner Zeit für irgend jemanden gemacht. Brutal egoistisch, narzisstisch und eigennützig wollte ich herausfinden, was dran ist, an dieser veganen Ernährung. Ich wollte mitreden können, zu recht labern dürfen. Mir ging es darum, herauszufinden, was die Ernährung, die vegane Ernährung für Auswirkungen auf meinen Körper hat. Was genau ich für Veränderungen feststellen konnte, jetzt:

Ich habe keine Schulterschmerzen mehr: ich bin 1 1/2 Jahre von Arzt zu Arzt, Orthopäde, Krankengymnastik bis ins MRT gewandert und konnte kein Bankdrücken schmerzfrei ausführen. Ich bin schmerzfrei und drücke beim Bankdrücken darüber hinaus mehr als vor 3 Monaten. Der befürchtete Gewichtsverlust blieb aus. Ich habe 2kg zugenommen. Der befürchtete Trainingsgewichtsverlust blieb ebenfalls aus: ich habe mich nicht nur beim Bankdrücken steigern können – nahezu in jeder Übung habe ich mich steigern können. Jedoch ist dieser Fortschritt nicht mit einer Kreatin-Kur vergleichbar. Doch darum geht es mir schon seit langem nicht mehr. Ich habe nämlich schon seit einiger Zeit erkannt, das gesunde Ernährung der Schlüssel für die Tür zur körperlichen Leistungssteigerung ist. Und auch zur physischen und vor allem psychischen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ok eins nach dem anderen:

Ich schlafe besser; werde besser wach (direkt mit dem Weckerklingeln – kein „Schlummer-Modus“ mehr). Ich bin erholter und morgens schneller fit. Ich brauche prinzipiell weniger Schlaf, habe kein „Fresskoma“ mehr nach dem Essen und fühle mich einfach vitaler. Fitter. Frischer. Wacher. Ausgewogener. ..lebendiger! Das klingt wie so ein Esoterikgedöns aber ich versuche einfach nur wiederzugeben, was ich für mich feststellen konnte.

Ich muss mir eingestehen, dass ich durch die vegane Ernährung zu einem bewussteren Menschen geworden bin. Nachhaltigkeit ist plötzlich nicht mehr nur so ein Wort – ich fülle es in meinem Alltag mehr und mehr mit Leben und Inhalt. Mein Bewusstsein für Umwelt, Tier und Natur ist durch die Umstellung meiner Ernährung und der damit zwangsläufig einhergehenden Beschäftigung mit Inhaltsstoffen und Herkünften der Nahrungsmittel brutal geschärft geworden. Plötzlich ist Tierschutz für mich zum Thema geworden. Dritte-Welt-Hunger. Wasserversorgung. Erderwärmung. ..es ist echt verrückt. Mir war das vorher völlig bums. Hauptsache ich krieg mein Leben auf die Kette. Doch jetzt bin ich irgendwie mit mir mehr und mehr im Reinen und habe auch mal ein Blick für meine Umwelt und Mitmenschen. Das ist irgendwie merkwürdig. Aber nicht verkehrt. Ich werde dennoch niemals proaktiv meine Mitmenschen belatschern, beeinflussen oder versuchen, zu verändern – es ist schließlich euer Leben, eure Gesundheit, eure Einstellung. Zu dieser Erkenntnis muss jeder selber kommen. Und tut er es – so wie ich – aus freien Stücken, ist es wohl viel nachhaltiger, als eine auferzwungene Ansicht.

Weiter mit meinen Veränderungen. Mal was negatives. Ja, die Essenzubereitung nervt. Mega. Vor allem, wenn man so viel isst, wie ich. Arm wird man jedoch nicht zwangsläufig. Es gibt nur leider – wie ich feststellen durfte – unglaublich viele leckere Dinge, an die ich mich vorher niemals rangetraut hätte und jetzt mir nicht mehr wegdenken kann: Humus. Oh. Mein. Gott!

Ich esse mittlerweile irgendwie einfach das, worauf ich Lust habe. Das vermeintliche „Was-darf-ich-denn-eigentlich-noch-essen“-Dilemma blieb tatsächlich aus. Es ist kaum mehr eine Herausforderung. Zumindest, wenn man es selber beeinflussen kann. Denn, Problem Nummer zwei: Essengehen, eingeladen sein, gesellschaftstauglich sein, wenn man nicht völlig rebellieren und dumm auffallen will. Somit habe ich für mich beschlossen: die Welt geht nicht unter, wenn ich mal Fleisch esse(n muss) oder anderweitig tierische Produkte konsumiere. Hierfür muss die Situation aber einfach keine andere Möglichkeit bieten. Jedoch muss ich hier die Feststellung überhaupt anbringen: Mir fehlt Fleisch nicht. Keineswegs. Ich habe keinen Appetit drauf. Ich will partout kein Quark mehr essen. Milch ebenso nicht. Eier? Bäh. (Ok alles etwas überspitzt aber es geht tatsächlich schon in die Richtung). Ich kann nicht ganz trennscharf beurteilen, inwieweit hier die Psyche mir einen Streich spielt. Was auch völlig irrelevant ist. Fakt ist: es geht tatsächlich ohne Fleisch. Ohne Käse. Wenn man denn will. Komfortzone und so. Mindset. Veränderungen. Gewohnheiten. Wille. Ihr kennt das. Oder halt auch nicht.

Fazit im Resümee

Ich bleibe vegan, werde jedoch nicht sterben, wenn es mal nicht anders geht. Solange mein Leben jedoch nicht davon abhängt, ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, sich vegan zu ernähren.

Massentierhaltung ähnelt dem Holocaust. Welthunger kann man beheben. Wassernotstand auch.

In diesem Sinne: Danke für alle, die mich auf meiner „Reise“ so wertvoll begleitet haben. Die Größe und Form der Anteilnahme war echt krass!

Veggy Gruß, Storch ??

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